14. Oktober 2009 | 17:00
Es war eine Nachricht, die ganz Fußballdeutschland schockierte und große Sorgen in der Dynamo-Familie auslöste: Am Abend des 25. August verunglückten fünf junge Fußballer von Dynamo Dresden zwischen Leipzig und Dresden schwer mit dem Auto. Sieben Wochen sind seit dem tragischen Abend vergangen und während die drei Leichtverletzten schon lange wieder an Trainings und Spielen bei der SGD teilnehmen, sind auch die schwerverletzten Yves Dießner und Richard Schöne in ihrer Rehabilitation weiter auf einem guten Weg. Beide sind am Freitag erstmals wieder im Stadion, wie auch zehn Feuerwehrleute aus Mutzschen, die beim Unfall wichtige Hilfe leisteten.
» Der angeschlagene Mittelfeldantreiber Maik Wagefeld konnte am Mittwochvormittag voll mittrainieren. Da sein lädiertes rechtes Knie jedoch noch leichte Beschwerden verursacht, fällt die Entscheidung über seinen Einsatz gegen Offenbach erst nach dem Abschlusstraining am Donnerstagnachmittag. Für die Partie sind mittlerweile 15.000 Karten verkauft worden!
Yves Dießner wird am Freitag aus der Rehabilitationsklinik in Kreischa entlassen und eine Woche später seine Ausbildung zum Bürokaufmann wieder aufnehmen. Richard Schöne ist weiterhin in Kreischa in ambulanter Reha-Behandlung. Die beiden 19-Jährigen absolvieren dort ein intensives, für Leistungssportler optimiertes Programm mit Ergotherapie, Kranken-gymnastik und Schwimmen, aber auch psychologischem Training. Bei hin und wieder eingestreutem leichten Fußballtennis können sie sogar schon wieder ihrer größten Leidenschaft fröhnen.
Wenn Dynamo am Freitag in einem prächtig gefüllten Harbig-Stadion auf Kickers Offenbach trifft, werden beide das erste Mal wieder live ihren Kollegen bei der Arbeit zusehen. Gemeinsam mit ihren Familien werden sie damit einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zurück in ihr Fußballer-Leben gehen können. Dießner und Schöne bleiben aber geduldig und realistisch: „Wir wissen, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben! Doch wir sind dankbar und empfinden es als großes Glück, wie unsere Genesung bisher verlaufen ist. Wir freuen uns riesig auf das Spiel am Freitag und können es kaum erwarten, wieder im Stadion zu sein!“
Die äußerst positive Entwicklung der beiden ist zum einen der hervorragenden Arbeit der behandelnden Ärzte in den Unikliniken Leipzig und Dresden und in der Kreischaer Reha-Klinik zuzuschreiben. Für diese optimale Betreuung dankt die SG Dynamo Dresden allen Beteiligten. Doch auch die Helfer am Unfallort dürfen nicht vergessen werden: Stellvertretend für alle hat der Verein zehn Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Mutzschen zum Spiel gegen Offenbach eingeladen.
Obwohl der Unfallort auf der A14 nicht zu ihrem Gebiet gehörte, fuhren die Männer von Einsatzleiter Markus Beiler damals als erste zum Ort des Geschehens und leisteten wie die Polizei und ihre Kollegen von einigen anderen Wachen und Rettungsdiensten wichtige Hilfe, um die Spieler schnell und sicher in die Krankenhäuser zu bringen. Obwohl sich unter den Helfern Dynamo-Fans befanden, die erst hinterher erfuhren, dass sie Spieler ihres Lieblingsvereins gerettet hatten, hängten sie ihren Einsatz nicht an die große Glocke. Dafür und für ihre professionelle und erstklassige Arbeit am Unglücksabend wird sich die SG Dynamo am Freitag in dem großartigen Ambiente des neuen Rudolf-Harbig-Stadions offiziell bedanken.